Das Wichtigste in Kürze
- Shopware (Deutschland, Open Source) ist stark bei komplexem B2B und voller Infrastruktur-Hoheit; Shopify (Cloud-SaaS) gewinnt bei Gesamtkosten, Tempo und Pflegeaufwand.
- Shopify startet bei 33 €/Monat, Shopwares kommerzielle Lizenz ab 600 €/Monat plus Hosting, Plugins und Agentur.
- Achtung GMV-Falle: Shopwares Community Edition ist seit März 2025 auf 1 Mio. € Jahresumsatz begrenzt, die Lizenzkosten springen mit dem Umsatz.
- Für die meisten DACH-B2C-Marken ist Shopify der günstigere und pflegeleichtere Weg – Shopware bei echter B2B-Tiefe.
Shopware kommt aus Deutschland, ist Open Source und seit Jahren Marktführer unter den Top-Onlineshops im Land. Shopify kommt aus Kanada, ist eine gehostete Cloud-Plattform und hat den DACH-Markt in den letzten Jahren erobert. Beide bauen exzellente Shops. Wir sind eine Shopify-Agentur und sagen das offen – deshalb bekommst du hier keinen Werbetext, sondern eine faire Gegenüberstellung mit aktuellen 2026-Preisen, der neuen Shopware-GMV-Grenze, der B2B-Realität und einem klaren Blick darauf, wann welches System passt.
01Zwei Herkünfte, zwei Denkweisen
Shopware wurde in Schöppingen entwickelt und ist tief im deutschen Mittelstand verwurzelt. Die Software ist quelloffen (MIT-Lizenz), die aktive Entwicklung läuft seit Ende 2024 öffentlich auf GitHub. Wer Kontrolle über Code, Hosting und Datenstruktur will, fühlt sich hier zu Hause. Laut EHI-Studie ist Shopware das vierte Jahr in Folge das meistgenutzte Shopsystem unter den 1.000 umsatzstärksten B2C-Shops Deutschlands.
Shopify denkt vom anderen Ende her. Es ist ein gehostetes SaaS-Produkt, das du im Abo buchst. Server, Sicherheit, Updates und PCI-Konformität sind eingebaut, weltweit laufen über fünf Millionen Shops auf der Plattform. Du tauschst ein Stück technische Hoheit gegen Geschwindigkeit und einen Betrieb, um den du dich nie kümmern musst.
Das ist der Kern des ganzen Vergleichs. Shopware gibt dir die Werkzeuge und überlässt dir die Verantwortung. Shopify nimmt dir die Verantwortung ab und setzt dafür Grenzen, wo du eingreifen darfst. Alles Weitere folgt aus diesem Unterschied.
„Wir bauen täglich Shopify-Shops und sehen trotzdem klar, wofür Shopware gemacht ist. Ehrlich zu sein heißt: Bei echtem, komplexem B2B mit eigener IT ist Shopware oft die solidere Basis. Für fast alles andere gewinnt Shopify über die Gesamtkosten."
02Kosten & TCO: Was wirklich auf der Rechnung steht
Hier liegt der größte und am häufigsten unterschätzte Unterschied. Shopify hat klare Abo-Stufen. Shopware koppelt seine Lizenz seit 2024 an den Jahresumsatz (GMV) und rechnet monatlich ab. Beide Tabellen zeigen die Listenpreise 2026 – die echten Kosten kommen gleich danach. Den vollen Überblick liefert der Beitrag zu Shopify-Kosten 2026.
Shopify (Nettopreise, bei Jahreszahlung bis 25 % günstiger):
| Plan | Preis / Monat | Für wen |
|---|---|---|
| Basic | 33 € (25 € jährlich) | Gründer & kleine Shops |
| Grow | 88 € (66 € jährlich) | Wachsende Marken |
| Advanced | 384 € (289 € jährlich) | Etablierte, internationale Shops |
| Plus | ab ~2.300 $ (Jahresvertrag) | Enterprise & natives B2B |
Shopware (Lizenz exkl. MwSt., mit inkludiertem GMV-Kontingent):
| Edition | Preis / Monat | GMV inklusive |
|---|---|---|
| Community | kostenlos (Open Source) | bis 1 Mio. € (Fair Use) |
| Rise | ab 600 € | bis 2 Mio. € |
| Evolve | ab 2.400 € | bis 5 Mio. € (B2B Components) |
| Beyond | ab ~6.500 € (auf Anfrage) | bis 15 Mio. € (Enterprise-SLA) |
Schon der Einstieg in eine kommerzielle Shopware-Lizenz kostet das Vielfache eines Shopify-Basic-Plans. Dazu kommen bei beiden Systemen die laufenden Kosten: bei Shopify vor allem Transaktionsgebühren und Apps, bei Shopware zusätzlich Hosting, Plugin-Lizenzen und Agenturstunden. Bei der Community Edition ist die Software gratis, der Betrieb aber komplett deine Sache. In der Total Cost of Ownership liegt Shopify für kleine und mittlere Shops fast immer vorn.
03Die GMV-Falle: Shopwares Fair-Use-Grenze
Diesen Punkt übersehen viele Vergleiche, und er hat es in sich. Seit dem 24. März 2025 gilt bei der kostenlosen Community Edition eine Fair-Use-Policy. Übersteigt dein Jahresumsatz eine Million Euro, musst du auf einen bezahlten Plan wechseln, sonst verlierst du den Zugang zum Shopware Store und zu Plugin-Updates.
Rechenbeispiel: Ein Shop wächst von 1,8 auf 2,5 Mio. € Umsatz. Damit reicht das Rise-Kontingent (2 Mio. €) nicht mehr, der Sprung auf Evolve steht an. Das sind statt 7.200 € rund 28.800 € Lizenzkosten pro Jahr, also das Vierfache. Wer dieses Treppenmodell nicht im Businessplan hat, kalkuliert an der Realität vorbei.
Shopify kennt diese GMV-Kopplung nicht. Du zahlst deinen festen Plan plus umsatzabhängige Transaktionsgebühren, aber dein Lizenzpreis springt nicht, nur weil du eine Umsatzschwelle reißt. Für planungsbewusste Händler ist das ein echter Vorteil.
04Bedienung, Pflege & Updates
Im Alltag merkst du den Unterschied am deutlichsten. Bei Shopify pflegt dein Team Produkte, Inhalte und Layout selbst im Admin. Updates laufen automatisch im Hintergrund, es gibt keine Versionssprünge, die du planen müsstest. Auch eine Werkstudentin ist nach kurzer Einarbeitung produktiv.
Shopware bietet im Backend mehr Stellschrauben, was Fluch und Segen zugleich ist. Wer nicht technisch unterwegs ist, fühlt sich von der Fülle an Einstellungen schnell erschlagen. Beim Self-Hosting liegen Wartung, Updates und Sicherheit in deiner Verantwortung, weshalb die meisten Shopware-Händler dauerhaft mit einer Agentur arbeiten. Major-Updates sind echte Projekte, keine Nebensache.
Auch der Support trennt die beiden. Shopify bietet schon im günstigsten Tarif einen 24/7-Kontakt per Chat und E-Mail. Bei Shopware gibt es Hersteller-Support gestaffelt nach Edition, von acht Stunden Reaktionszeit bei Rise bis zur 24/7-SLA bei Beyond. Dein Shop hat dagegen rund um die Uhr geöffnet.
05Design, Themes & Erweiterungen
Beim Storefront-Bau hören wir von Wechslern fast immer denselben Satz: Mit Shopify geht es schneller. Der Theme-Editor arbeitet mit Sections und funktioniert ähnlich wie ein Landing-Page-Builder. Produkt-, Kategorie- und Info-Seiten gestaltest du per Drag-and-drop, ganz ohne Code – mehr dazu im Beitrag zu Shopify Themes. Für Marken, die auf Storytelling setzen, ist das ein starkes Argument.
Shopify App Store: Über 8.000 geprüfte Apps. Die große Stärke ist das Zusammenspiel: Tools wie Klaviyo oder Judge.me synchronisieren Daten tief und nahtlos. Für fast jede Funktion findest du mehrere Lösungen und wählst die passende (siehe beste Shopify Apps).
Shopware Store: Rund 3.000 Erweiterungen, viele speziell für den deutschen Markt und maximale Rechtssicherheit gebaut. Die Auswahl ist kleiner, dafür sitzt die DSGVO-Konformität oft von Haus aus.
Dank Open Source kannst du Shopware theoretisch unbegrenzt anpassen. In der Praxis brauchst du dafür Entwickler. Shopify begrenzt die Tiefe stärker, lässt dich den erlaubten Spielraum aber komplett ohne Coding-Kenntnisse ausreizen. Ein bekannter Sonderfall: Den Shopify-Checkout konfigurierst du erst auf Plus-Ebene wirklich frei.
06DSGVO & Recht im DACH-Raum
Das ist Shopwares Heimspiel, und das geben wir gern zu. Als deutsche Software ist Shopware von Grund auf auf DSGVO und deutsches E-Commerce-Recht ausgelegt. Viele Funktionen und Plugins sind genau dafür gebaut. Marken wie Melitta, STABILO oder Fleurop setzen auf diese Verlässlichkeit.
Shopify ist als kanadisches Unternehmen gestartet, hat aber kräftig nachgezogen. Heute lässt sich ein Shopify-Shop sauber DSGVO-konform aufsetzen: über Shopify Tax für die MwSt., geprüfte Cookie- und Rechtstext-Apps sowie EU-Hosting-Optionen. Selbst datenschutzsensible deutsche Marken verkaufen längst über Shopify. Wichtig bleibt: Rechtstexte und Cookie-Banner musst du in beiden Welten aktiv ergänzen, fertig mitgeliefert bekommst du sie nirgends.
| Land | MwSt. Normalsatz | Ermäßigt |
|---|---|---|
| Deutschland | 19 % | 7 % |
| Österreich | 20 % | 10 / 13 % |
| Schweiz | 8,1 % (seit 01.01.2024) | 2,6 % |
07B2B: Wo Shopware (noch) vorn liegt
Bei reinem, anspruchsvollem B2B ist Shopware aktuell oft die naheliegendere Wahl. Mit den B2B Components (ab der Evolve-Edition) bekommst du Angebotsmanagement, Bestelllisten, Budgetverwaltung und rollenbasierte Freigaben nativ. Großhandelsportale, gestaffelte Preislisten und ERP-Anbindungen lassen sich sehr granular abbilden.
Shopify hat hier kräftig aufgeholt. Auf Shopify Plus sind B2B-Funktionen nativ integriert: Firmenkonten und Rollen, individuelle Preislisten, Zahlungsziele und die Option, B2C und B2B in einem Store oder getrennt zu fahren. Für viele mittelständische Großhändler reicht das heute völlig. Erst bei sehr komplexen Einkaufslogiken mit tiefer ERP-Verzahnung spielt Shopware seine Tiefe aus. Diese Lücke schließt sich allerdings Release für Release.
08Was NICHT geht – der ehrliche Reality-Check
Kein System ist perfekt. Diese Grenzen solltest du kennen, bevor du dich bindest. Bei Shopify geht NICHT:
- Zugriff auf den Plattform-Quellcode. Anpassungen laufen über Themes, Apps und APIs.
- Beliebig tiefe Checkout-Eingriffe unterhalb von Shopify Plus.
- Produktvarianten ohne Limit. Bei extrem großer Variantenvielfalt stößt du an Grenzen, die Shopware nicht hat.
Bei Shopware geht NICHT:
- Sorgloser Betrieb ohne Technik-Know-how oder Agentur an deiner Seite.
- Planbare Lizenzkosten, sobald du eine GMV-Schwelle reißt.
- Updates nebenbei. Versionssprünge sind echte Projekte mit Budget.
09Wann sich der Wechsel zu Shopify lohnt
Viele Händler kommen zu uns, weil ihr Shopware-Betrieb mehr Zeit und Geld frisst, als der Shop einbringt. Eine Migration ist gut planbar, wenn man die richtigen Schritte einhält:
- Daten-Audit: Produkte, Varianten, Kunden, Bestellungen und alte URLs sauber erfassen.
- SEO-Sicherung: 301-Weiterleitungen mappen. Das schützt deine Rankings und ist der häufigste Fehler bei Eigen-Migrationen.
- Aufbau: Theme, Zahlungsarten, Steuerregeln und Schnittstellen auf Shopify konfigurieren.
- Test & Go-Live: Auf einer Staging-Umgebung prüfen, dann umziehen, ohne Datenverlust und ohne Downtime.
10Fazit: Welches System passt zu dir?
Beide Systeme sind stark. Shopware passt zu dir, wenn du selbst hosten und volle Kontrolle über Infrastruktur und Code willst, komplexe reine B2B-Anforderungen mit ERP-Anbindung hast, eine sehr große Produkt- und Variantenvielfalt führst und interne Dev-Power oder eine feste Agentur hast.
Shopify passt zu dir, wenn du ohne eigenes Hosting skalieren willst, dein Team Inhalte und Design selbst pflegen soll, dir planbare Kosten ohne GMV-Sprünge wichtig sind, du Storytelling, Multichannel und ein starkes POS aus einer Hand willst und dein Fokus B2C ist – eventuell mit B2B-Anteil über Shopify Plus.
Unsere Erfahrung aus über 55 Projekten: Für die meisten Marken im DACH-Raum ist Shopify der schnellere, günstigere und pflegeleichtere Weg. Shopware bleibt die richtige Wahl, wenn echte B2B-Tiefe oder volle Infrastruktur-Hoheit den Ausschlag geben.
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Häufige Fragen
Ist Shopify oder Shopware günstiger?
Ist Shopware besser für den deutschen Markt?
Welches System eignet sich besser für B2B?
Was bedeutet die Fair-Use-Grenze bei Shopware?
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